Dienstag, 14. Februar 2017

N'toko "Emirates" (Stream)

Er hat beim Reeperbahn Festival und Glastonbury performt, ist linksradikaler Marxist und die Balkan-Antwort auf Run The Jewels: Während N’toko in Slowenien und Japan seinen Status als Geheimtipp bereits verlässt, stellt er sich mit seinem Album „Emirates“ auf Unique Records nun erstmals einem internationalen Publikum vor.

Kritische Texte, straighte Beats und düstere elektronische Sounds zeichnen das Album des zweifachen slowenischen Freestyle Champions aus, das am 17.03.2017 auf Vinyl, CD und digital erscheint. N’toko, der bislang sowohl slowenisch- als auch englischsprachige Platten veröffentlichte und es in seinem Heimatland zum vielgelesenen Kolumnisten und Autor gebracht hat, schmeißt auf „Emirates“ körbeweise Sand ins Getriebe einer gut geölten globalisierten Wirtschaft.

Der Song „Free Hugs“ etwa handelt von Frustration in der Bevölkerung, die sich mit künstlich generierter Konsumstimmung und ihrer Begeisterung für die Zukunft immer schwerer in Einklang bringen lassen will. Möbelhaus-Referenzen auf „Ikea Killer“ dienen dazu gleichförmige Lifestyles, Einheitlichkeit und Rationalisierung zu überprüfen. Der Titeltrack „Emirates” wiederum gibt zu bedenken:
„We'll make your poverty a fashion, blue screens and spotlights, fuck like an assassin“, und zitiert Gucci Manes Gesichtsbemalung in: „The same year ice cream cone tattoos seemed like good ideas, the planet got warmer by 2 degrees”.



TRACKLIST
01. Obey
02. Emirates
03. Yugoslavia
04. Lumber Games
05. Free Hugs
06. HiHats
07. Vultures
08. Optimist
09. Ikea Killer
10. Filth Cop Greed
11. Enter Sandman
N’toko über seine Einflüsse: „Musically I consume a lot of american commercial hiphop as well underground experimental stuff from Japan, bollywood music, 80s new wave and shaabi. Politically I’m a marxist, active on the radical left and very inspired by revolutionary movements across the globe.“

N'toko ist ein experimenteller Hip-Hop Künstler und Produzent aus Slowenien. Seine ersten Sporen verdiente er sich als Frontmann eines lokalen Hip-Hop-Kollektivs namens Moveknowledgement. N’toko wurde schnell durch sein technisches Können und seine Schnelligkeit als Rapper bekannt und gewann dadurch sogar zwei nationale Freestyle-Wettbewerbe hintereinander. Wettbewerbe wie diese brachten ihm außerdem seinen ersten Plattenvertrag als Solo-Künstler ein. Das Ergebnis waren 3 slowenisch-sprachige Alben, die ihn schnell in den Fokus der nationalen Musikszene hievten.

N’toko veröffentlichte zudem mehrere EPs in englischer Sprache, von denen zwei auch in Japan auf dem Markt kamen. Diese beiden Scheiben haben mittlerweile Kultstatus bei Underground Hip Hop Fans und Liebhabern alternativer Musik erreicht. Hoch gelobt wurden sie vor allem für ihre offene Herangehensweise, die diverse Einflüsse miteinander kombinierte, u.a. Rock, Free-Jazz, Elektro, Noise oder Psychedelia. Parallel dazu spielte N’toko sich die Hacken wund und nahm alles an Auftritten mit, was möglich war. Von Poetry-Slams, Open-Mic-Sessions bis hin zu Impro-Sessions und Electro-Parties. Dabei rappte er längst nicht mehr nur, sondern nutzte seine Stimme als effektverändertes Instrument, spielte andere Instrumente und schrie sich gut und gern auch einfach die Seele aus dem Leib.

Die Arbeit mit Moveknowledgement setzt er weiterhin fort. Mittlerweile ist daraus eine experimentelle Dub-Rock-Gruppe entstanden, die 3 Alben auf dem Markt hat. Aktuell reist N’toko viel zwischen Slowenien und Japan, wo er bereits mehr als 40 Shows gespielt hat und mit vielen Künstlern der Tokyo-er Musikszene kollaborierte. Hinzu kommen ausgiebige Touren in Europa und den USA, wo er Gast auf diversen Festivals war, u.a. Reeperbahn Festival, Glastonbury, Exit, Inmusic, Best Buy Theatre NYC. Derzeit engagiert N’toko sich auch politisch in Slowenien und hat sich zum vielgelesenen Kolumnist und Autor gemausert. Umso schöner, dass er daneben noch die Zeit gefunden hat, sein neues Album „Emirates“ einzuspielen. Raus kommt das gute Stück, das erneut N’tokos Stärken – kritische Texte, straighte Beats und düstere elektronische Sounds – vereint, am 17. März über Unique Records.

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