Donnerstag, 14. August 2014

adam port – shifter ep [keinemusik]

Wir erinnern uns, adam ports letzter beitrag zur keinemusik-diskographie war die überwältigung einer pop-nummer mit der techno-brechstange. wie heißt es doch gleich im fachjargon – ein brett. für die ausgestaltung der km024 hat er sich im vergleich dazu gewissermaßen die samthandschuhe angezogen.
bereits die „shifter“ titelnde a-seite verzichtet fast völlig auf effekthascherei. stattdessen rauscht sie heran in brüchiger lofi-attitüde, wie eine electro-postkarte aus den 80ies. port konstruiert hier eine soundcoolness, die von shaker-grooves und aufreizenden synth-linien getragen wird, die gegebenenfalls clap-backpfeifen verteilt und immer wieder die hi-hats züngeln lässt.
bei diesem update von klassischer electro-ästhetik bleibt die bassmassage nicht aus, nur kommt sie diesmal eher aus den fingerspitzen. eine inszenierung der kleinen gesten, so präzise eingesetzt, dass sie jedes plumpe breakgewitter in sachen dancefloor-drive locker in die lederjackentasche stecken. „snowbeach“ auf b rollt stattdessen die wärmende orgel-wolldecke aus. ein deepness-manifest, das alle 16 bars sehnsuchts-seufzer auszuatmen scheint. markanter shakereinsatz, gitarrenlicks und piano-akzente verdichten diese sofort ans herz gehende house-nummer, bis sie sich per synth-liftoff gänzlich außerweltliche dimensionen verabschiedet. port setzt auch hier weniger auf eindeutigen peaktime-zuschnitt als auf haltbarkeit. cleverer move, so könnte sich „snowbeach“ in etlichen plattenkoffern als dauerbrenner etablieren.



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